Das Video zum Feldaufenthalt II

Fragment10 - Kunst - das ist ein kontemplativer Akt.

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Wenn der Bart nicht zum Strategen kommt, dann muss der Stratege eben zum Barte.


The truth about traveling - vom Reisen


The truth about traveling - vom Reisen - es gibt kein Reisen mehr, er gibt keinen Weg mehr, es gibt nur noch Zeit die überbrückt wird, möglichst rasch, ein ausfransen der Zeit muss verhindert werden, KILOMETER sind SEKUNDEN, sind MINUTEN, sind STUNDEN. Die Entfernung kann nicht überbrückt werden, wenn Sie allein in Zeit gemessen wird, wenn der Weg zur Zeiteinheit wird, dann erreichen wir keine räumlichen Ziele mehr "vom Reisen"
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Künstlerische Feldaufenthalte - Grundlagen am Beispiel [Konjunktiv]Grabung

[Konjunktiv]Grabung Theorie

Transparente streambezogene und rekombinante (heisst nicht allein zeitbasiert, denn Zeit verläuft hier nicht linear, was sie trotz aller Drehbuchkunststücke z.B. im Film eben doch immer tut.) Werkvorstellung: Sowohl hinsichtlich des Raumes wie auch hinzichtlich der Zeit, es gibt keinen Anfang und kein Ende, es gibt keinen festen Raum, es gibt allenfalls einen Raum des Raumes. Dabei bilden wir z.B. Raum/Zeit nicht nur ab, oder beschreiben sie, sondern bedienen uns ihrer als Gestaltungseelement. Es ensteht ein offener Werkstrom, der an manchen Stellen quasi "Werkpeaks" zeigt, an anderen Stellen verborgen ist, nicht materialisiert ist, gleichsam auf einer Gedankenebene sowie im Alltagsstrom verbleibt. Im Sinne einer freien Rekombinanz, die auch die Grenzen zwischen Rezipient und Werk vollkommen aufhebt, verlassen wir das Terrain der schlichten Interaktion innerhalb vorgegebener Strukturen, und begeben uns in den Bereich der rekombinanten, offenen "Struktur". Dies wirft Fragen nach der Rolle des Künstlers als Gestalter auf.

Ob dies nun Theater, Kunst oder what ever ist - uns egal. Wichtig ist es uns Fragen konsequent nachzugehen, Fragen, die sich eben nicht mit einer einfachen Antwort beantworten lassen, sondern ihrerseits Fragen aufwerfen. Sollte Kunst Antworten geben, Meinung reproduzieren, oder eine Form vorschreiben? Oder sollte sie Fragen stellen und ihre Form in der Fragestellung finden, nicht in der Antwort, nicht einmal im Versuch einer Antwort? Die eigentliche Installation/rekombinante Performance ist nur Teil eines weiter stömenden Prozesses, ein "Werk Peak", der an anderen Stellen in anderer Form erneut ausschlägt, um dann wieder in eine Phase des gleichsam flacheren "Zwischenstroms" einzutreten.(Natürlich haben wir in Hildesheim auch etwas vergraben, und dort gelassen, nicht nur ausgegraben ;). )

Die Untrennbarkeit von Virtualität und tatsächlicher Materialität ist Zwischenstand dieses Werkstromes. Damit können abstrakte Medien wie z.B. Zeit, Raum, Datenströme, Synapsen, die Übertragung selbst, als Material aufgenommen und verarbeitet werden, nicht bloß vermessen oder als Bezugsgröße verstanden werden. Ausdrücklich bezieht sich Virtualität etc. nicht allein auf das Internet, das Internet ist ja nur eine konsequente Entwicklung, welche sich aus technischen Möglichkeiten und gesellschaftlichen Anforderungen ergeben hat. Tatsächlich aber geht es um die materielle Welt der organischen und physischen Wirklichkeit, das Netz spielt hier sogar eine vergleichsweise geringe Rolle, ist eher Vermittler/Werkzeug und ist sowiso selbst Naturgesetzen unterworfen. Es ist ja vor allem das Leben selbst, die Organismen, die Evolution, die rekombinant und eben nicht linear/dialektisch verläuft.

Die Auflösung der klassischen Stadt, beispielsweise, auch tatsächlich im Hinblick auf die Materialität der Baustoffe ist entscheidender, stilbildender Aspekt; bedingungslose Transparenz als Grundvoraussetzung eines Rauschens, welches zurecht als Kunst bezeichnet werden kann. So sehr wie nie zuvor muss Kunst hier einen fragenden Beitrag leisten oder wird zum belanglosen Dekorationsartikel, oder zur bloßen Beschreibung individueller Eindrücke.

Die Stadt, die Einheit des Ortes ist, ohne Einheit der Zeit zu sein, verschwindet also in der Heterogenität des Zeitregimes der modernsten Technologien*. Die Form der Stadt kann nicht mehr an einer bestimmten Demarkationslinie, die das hier vom dort trennt, abgelesen werden, sie wird vielmehr durch die Programmierung von Zeitplänen bestimmt. Der Zugang erfolgt auch nicht mehr über einen Raum, der den Übertritt regelt, sondern mittels eines audiovisuellen Protokolls, in dem das Zuschauen und die Einschaltquoten den Ersatz bieten für den öffentlichen Empfang und das gesellschaftliche Ereignis.(...)In Medien wie Satelliten, TV,Glasfaserkabel,Telematik usw., die eine unmittelbare Kommunikation ermöglichen, ersetzt die Ankunft die Abfahrt(...) Paul Virillio (3)


*Deadline - Etymologisch zeitbasierte Abstraktion eines kriegerischen Ortes - Ort wird ersetzt durch Zeit, bleibt Raum/Zeit als neuer Ort.

Man kann hier als Teilaspekt möglicherweise, direkt zur Kanalisation als Ver- und Entsorgungsbauwerk eines Stadtorganismus linken, denn "Stadt" erkennt man nach dem Prozess der Selbstauflösung, physisch, organisch nur noch an den Strukturen, die ihrer Ver- und Entsogung dienen, die Kanalisation ist der letzte authentische PublicSpace der Hypermetropolen. Und zugleich erschreckend präzises Gleichnis der oberirdisches Virtualisierung in den Datenkanälen.

Entscheidend ist neben rekombinantem Denken, die sich selbst, scheinabr zufällig, konstituierende Kombinantion, die Verlinkung auf vielen verschiedenen Ebenen. Eine Verlinkung, die die permanent sackgassengefährdete, schneckenlangsame, dialektische Verzweigung, als Logik des 19. und 20. Jahrhunderts, hinter sich lässt.

Ein statisches (nur dialektisch angelegtes) Kunstwerk kann nichts selber tun, es kann nicht selbst linken, und zugleich Ergebnis der Links sein, es kann sich deshalb nicht zu einer selbstständigen, intelligenten, lernenden in permanenter "Metamorphose" befindlichen, selbst schöpferischen Einheit entwickeln, es bleibt beschreibend, darstellend, zeigend (in der Regel auf sich selbst und seine Tollheit). In seinem Zustande als geronnenes Werk (so linear interaktiv es auch sein mag), repräsentiert es schon im Moment des Entstehens nurmehr individuelle Vergangenheit.

Es kann sich nicht transparent durch alle Ebenen von Zeit/Raum/"Wahrnehmung" fortpflanzen. Damit ist es Tod, erstickt in einer bloßen Individualität, es pulsiert nicht, es zeigt lediglich mit einem Finger auf dieses oder jenes, es ist nicht Raum oder Zeit, sondern lediglich raum- oder zeitbezogen, dies reflektiert keinen zeitgemäßen Kunstbegriff. Die Kunst die wir meinen benötigt kein eigenes Angesicht welches spiegelbar ist, sie benötigt lediglich eine temporäre, scheinbar zufällige Erscheinung, die der eigenen Selbstauflösung dient, dem Transport auf eine andere Ebene, in eine andere Erscheinung. So ergibt sich eine konsequent rauschende, offene Aesthetik, die nicht Materialisation sondern pulsierende lebendige "Struktur" ist, die nicht erklärt und zeigt, sondern "ist". Eine der entscheidensten praktischen Konsequenzen ist das Ende des Individuums "Künstler", "rhizomatische Kunst" (Der ursprüngliche Begriff des Rhizom stammt aus der Botanik, und meint vielfach verzweigte Wurzelsysteme)(1)ist der Job rekombinanter Teams. Das Hauptproblem für den konkreten Künstler/Künstlerin dürfte auf emotionaler Ebene das "Losalassen" sein, es erdulden, dass etwas dem der Künstler/die KünsterIn eine Form gab, nun vielleicht von anderen neu kombiniert wird. Doch nur ein Team, ob nun bewusst oder unbewusst zusammenarbeitend, kann genug Wahrnehmungsinhalte bereitstellen um die Komplexität der angestrebten Werkströme zu erfassen (einzuspeisen). Zum Team gehört der Rezipient, nicht mehr in seiner Rolle als Zuschauer sondern als selbst schöpferischer Bestandteil. Die Zeit des Sammelns und Leidens ist beendet, sie gehört in die Zeit des Konsums, in die Zeit der alten Produktion, nicht aber in die Zeit der lebendigen, fluiden, pulsierenden Kunst. So meint jedenfalls Mythenrauschen. Man kann natürlich freundlicherweise jederzeit bitte umschalten, jeder sucht sich eben den Sender der zu ihm passt, und das ist auch gut so. also don't panic ;).


Zum Teilaspekt [Konjunktiv]Grabung nun also mal ein paar Literaturempfehlungen:
(A)Auch wenn Rhizom mittlerweile häufig dem Internet zugerechnet wird, hat es seinen Ursprung in einer Vorstellung des Ebenen durchdringenden Denkens und wird hier als umfassend verstanden, also nicht allein dem Internet zugehörig, sondern der gesamten physischen und intellektuellen Wirklichkeit. Das Internet ist allerdings ein sehr effektives Beispiel für dieses Denken. Begriffe in diesem Zusammenhang sind z.B. auch Schwarmintelligenz. Deleuzes "Tausend Plateus" ist in unserem Sinne nur ein Teilaspekt, und zurecht nicht ganz unumstritten. Aber das ist ein anderes Thema.


Ermöglicht haben den Feldaufenthalt II und den gesamten Lyrikpark folgende Förderer und Unterstützer: vielen
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